Das Geschäftsjahr 2024 war für Bertelsmann aus dem ostwestfälischen Gütersloh das erfolgreichste Jahr in der 190-jährigen Geschichte des Medien- und Dienstleistungsunternehmens. Bei einem Umsatz von 19,0 Mrd. Euro konnte ein Gewinn von 1,0 Mrd. Euro verbucht werden. Den höchsten Umsatz- und Ergebnisanteil trug die RTL-Gruppe bei, deren Umfeld sich allerdings in den letzten Jahren aufgrund geringerer Werbeeinnahmen deutlich verschlechtert hat. 2024 waren weltweit etwa 75.000 Menschen in dem Konzern beschäftigt.
Das Unternehmen begann klein und bescheiden in der westfälischen Provinz: Der Drucker Carl Bertelsmann aus Bielefeld gründete 1835 in Gütersloh in einem Fachwerkhaus einen Verlag mit angeschlossener Druckerei. Er integrierte sich in das pietistisch-protestantische Milieu der Kleinstadt. So hieß denn auch der erste "Bestseller" des kleinen Verlages "Die kleine Missionsharfe". Die Ausrichtung auf erbaulich-religiöse Literatur blieb erhalten, als die Enkelin des Gründers 1881 Johannes Mohn heiratete. Erst unter dessen Sohn Heinrich Mohn wurde das Publikationsspektrum um Belletristik erweitert. Den ersten Quantensprung machte das Unternehmen, als Reinhard Mohn 1947 den Verlag übernahm und 1950 den Bertelsmann Lesering gründete. Dieser für Europa neuartige Buchclub entwickelte sich sehr rasch und hatte 1954 bereits 1 Mio. Mitglieder. Die hohe Mitgliederzahl und der sichere Absatz ermöglichten den Bau einer großen Druckerei. 1992 wurden 6 Mio. Mitglieder gezählt, 2005 nur noch die Hälfte, und nachdem 2014 die Zahl wieder unter eine 1 Mio. fiel, wurde der Club im Juni 2015 eingestellt, die wenigen noch verbliebenen Club-Center geschlossen und Ende 2015 auch der Onlineshop aufgelöst.
Diversifizierung war immer auch eine Unternehmensphilosophie, so gab es schon in den 1960er Jahren einen Schallplattenring (ähnlich wie der Buchclub), die Schallplattenfirma Ariola und das Schallplattenwerk Sonopress entstanden. Daraus entwickelte sich bis heute das international tätige Musikunternehmen BMG. Es vertritt mit 20 Niederlassungen in 13 Kernmusikmärkten mehr als 3 Mio. Titel und Aufnahmen, darunter namhafte Künstlerinnen und Künstler wie die Rolling Stones, Amy Macdonald, OneRepublic, Bruno Mars u.v.m.
Der Konzern war seit jeher an der RTL-Gruppe beteiligt und übernahm 2001 die Mehrheit via Aktientausch. Die "RTL Group" ist mittlerweile das führende europäische Unternehmen im Sender-, Inhalte- und Digitalgeschäft mit Beteiligungen an 52 Fernsehsendern, 6 Streaming-Diensten, 37 Radiostationen, weltweiten Produktionsgesellschaften sowie einem digitalen Videonetzwerk. Zu den Fernsehgeschäften zählen RTL Deutschland, M6 in Frankreich und die RTL-Sender in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kroatien und Ungarn. Zu den Streaming-Diensten der RTL Group gehören RTL+ in Deutschland, Videoland in den Niederlanden sowie 6play und Salto in Frankreich. RTL AdConnect ist der internationale Werbevermarkter der RTL Group. Die RTL Group ist börsennotiert und Mitglied im SDAX.